
Herbert Wegert – Heimatverbunden, kreativ und unvergessen
Mit großer Trauer nehmen wir Abschied von Herbert Wegert, der am 15.Mai im Alter von 90 Jahren verstorben ist. Noch am 6.Mai durfte er gemeinsam mit seiner geliebten Ehefrau Adele den 68. Hochzeitstag feiern – ein seltenes und besonderes Zeichen tiefer Verbundenheit und eines langen gemeinsamen Lebensweges.
Herbert Wegert wurde am 26. Juni 1935 in St. Hubert geboren. Seine Kindheit war früh von schweren Schicksalsschlägen geprägt. Bereits im Alter von acht Jahren verlor er seine Mutter, sein Vater galt seit dem Krieg bei Stalingrad als vermisst. Bei Tante Anna und Peter Weimans fand Herbert ein liebevolles Zuhause, in dem er wie ein eigenes Kind aufgenommen und großgezogen wurde. Diese Erfahrungen haben ihn geprägt und vielleicht auch zu dem Menschen gemacht, als den ihn viele kannten: bodenständig, bescheiden, hilfsbereit und stets mit einem offenen Blick für die Menschen um ihn herum.
Früh begann sein beruflicher Weg mit einer Ausbildung zum Elektriker bei der Firma Hütter. Danach arbeitete er zunächst bei der Verseidag, bevor er 1957 zum RWE wechselte, wo er über 36 Jahre in verschiedenen Abteilungen tätig war. Mit großem Engagement und Verantwortungsbewusstsein absolvierte er 1976 als Jahrgangsältester seine Meisterprüfung vor der Industrie- und Handelskammer und leitete später die Kabelabteilung. Sein Pflichtbewusstsein, seine Verlässlichkeit und seine ruhige Art machten ihn zu einem geschätzten Kollegen.
Doch Herbert Wegert war weit mehr als nur ein engagierter Berufsmensch. Er war ein Mensch mit Ideenreichtum, handwerklichem Geschick und tiefer Heimatverbundenheit. Nach einer schweren Krankheit im Ruhestand fand er im Bau von Vogelhäusern und Weihnachtskrippen eine neue Aufgabe, die ihn viele Jahre erfüllte. Seine Werke fanden weit über die Grenzen von St. Hubert hinaus große Anerkennung und bereiteten vielen Menschen Freude.
Ein sichtbares Zeichen seines Schaffens bleibt bis heute der von ihm entworfene und errichtete Mai- und Handwerkerbaum an der Kreuzung Bartzheide/Orbroicher Straße. Dieses besondere Wahrzeichen war sein ganzer Stolz und ist für viele Menschen untrennbar mit seinem Namen verbunden. Gerne saß Herbert bei schönem Wetter auf der Bank vor „seinem“ Handwerkerbaum und freute sich darüber, wie viele Menschen dort stehen blieben, ihn bestaunten oder fotografierten.
Auch das gemeinschaftliche Leben in St. Hubert lag ihm sehr am Herzen. Über viele Jahre engagierte er sich in der Straßengemeinschaft Heideröslein, die er von 1978 bis 2000 als Vorsitzender leitete. Als einzig noch lebendes Gründungsmitglied blieb er der Gemeinschaft bis zuletzt eng verbunden.
Ganz besonders aber wird Herbert Wegert vielen Menschen durch seine Worte und Geschichten in Erinnerung bleiben. Über mehr als zwei Jahrzehnte bereicherte er den Hubertusboten mit seinen zahlreichen Gedichten, Geschichten und Beiträgen. Mit viel Humor, feinem Sprachgefühl und oftmals auch einem nachdenklichen oder ernsten Hintergrund verstand er es, Alltag, Heimat und zwischenmenschliche Erlebnisse in besondere Worte zu fassen. Seine Texte waren lebensnah, authentisch und immer unverkennbar „Herbert“.
Vor allem seine Beiträge in „Hüppersch Plott“ lagen ihm besonders am Herzen und erfreuten sich großer Beliebtheit. Mit seiner Liebe zur heimischen Mundart hat Herbert Wegert einen wichtigen Beitrag dazu geleistet, ein Stück St. Huberter Identität und Kultur lebendig zu erhalten. Viele Leserinnen und Leser freuten sich Monat für Monat auf seine humorvollen und zugleich tiefgründigen Zeilen, die oft ein Schmunzeln hervorriefen, manchmal aber auch zum Nachdenken anregten.
Herbert war ein Mensch, der trotz gesundheitlicher Rückschläge nie seinen Optimismus verlor und der bis ins hohe Alter Interesse am Leben, an den Menschen und an seiner Heimat zeigte. Seine Zufriedenheit, seine Bescheidenheit und seine freundliche Art werden vielen unvergessen bleiben.
Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Ehefrau Adele, seiner Familie und allen Angehörigen.
Der Heimatverein St. Hubert 1964 e.V. wird Herbert Wegert ein ehrendes Andenken bewahren. Seine Geschichten, Gedichte und insbesondere seine Beiträge in „Hüppersch Plott“ werden uns stets an ihn und sein Wirken erinnern. Mit seinem Humor, seiner Kreativität, seiner Heimatverbundenheit und seinem großen Engagement hat er Spuren hinterlassen, die weit über seine Lebenszeit hinaus bestehen bleiben werden.
Für den Vorstand
Jörn Schulte
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Bericht: Jörn Schulte
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